Muolen (Transkription Nr. 1164)

Schulort Muolen
Konfession des Orts: Katholisch
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1458, fol. 341-342v
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Säntis
Distrikt 1799: Gossau
Agentschaft 1799: Hueb
Kirchgemeinde 1799: Hagenwil
Ort/Herrschaft 1750: Fürstabtei St. Gallen
Kanton 2015: St. Gallen
Gemeinde 2015: Muolen
In dieser Quelle wird folgende Schule erwähnt:
  • Muolen (Niedere Schule, katholisch)

Fragen über den Zustand der schuelen an jedem Orthe

I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

Muelen.

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?
I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?

Es ist eine eigne Gemeine

I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?

Kirchen gemeine Hagenwyl. Agent : Johannes kreis an der Hueb.

I.1.dIn welchem Distrikt?

Goßau.

I.1.eIn welchen Kanton gehörig?
I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.
I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.

Jm Dorf Muelen wo die schuel ist: synd 15. Häußer und beßuchen die schuel 12. kinder. nächst dabey synd wieder 4. Häußer Hütler und bach genant, und besuchen die schuel 7. kinder: bey der ersten Viertelstund, synd etliche Dörfly: als wingensteig 12. Häußer. besuchen die schuel 9. kinder. kalshaußen 6. Häußer, besuchen die schuel 6. kinder, keßwil und Rickershaus 4. Häußer kein kind; — Anwachs 9. Häußer besuchen die schuel 7. kinder, Ehrloßen, und steinwiß 4. Häuser: und besuchen die schuel 2. kinder. Hezensperg 8. Häußer besuchen die schuel 7. kinder Heidelberg 2. Häuser kein kind bestehen alle dieße oertlein aus 45. Häußer: etwaß weiter enfernet nicht gar eine Halbe stund von der schuel sind noch 15. Häußer: als Bregenstorf, usser stadel: Rüthy: gronnenstein: Mittelberg: und Zaziloo. besuchen die schuel 13. kinder gehörren in allem zu dießer schuel 16. Häußer, und besuchen die schuel 63. kinder, wären aber noch viele die den unterricht nöthig hätten, aber aus Armuth Hinlässigkeit, oder wegen arbeit nicht in die schuel geschickt werden.

I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.
I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.

||[Seite 2] Die Nächste ist zu Hagenwil entfert ein Halbe stund, die 2.te auf der Egg: eine stund: die 3.te ist zu Häggenschwyl entfernt auch eine stund.

I.4.bDie Entfernung eines jeden.
II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

Jn zwey: knaben, und Mägdlein sonsten ist es nicht wohl zu richten, weil sye nicht Fleissig zur schuel kommen.

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

Leßen, schreiben, und Rechnen

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?

Von Martyny: Bies Johanny 25. Wochen.

II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?

das St: gallische Nammen buch der kleine und Grosse katechismus Zeitungen, kalender, und andere meer.

II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?

aus unterschiedlichen Versen, Briefen, und andern Begebenheiten.

II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Vormittag 2. 1/2. stund, und Nachmittag so lang, macht 5. stund

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

Die werlisch, und Germnische Family, Haben sygel: und Brief den schuelmeister zu bestellen, wegen daß sye das schuel Haus und daß mehristege darzu gestiftet: welche stifter noch Leben; und Allhier synd.

III.11.bWie heißt er?

Joßeph Werly.

III.11.cWo ist er her?

von Muelen

III.11.dWie alt?

fünf: und vierzig Jahr.

III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?

kein er ist ledigen stands

III.11.fWie lang ist er Schullehrer?
III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?

13. Jahr Mallknecht in der wannen Mülly im Wittenbach

III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?

Den Meßmer Dienst in der kapell zu Muelen.
und etwann den Nachbauren mit Früchten säubern, und andern Arbeiten etwaß dienst weil die schuel einkünften nicht hinlänglich wären sich zu erhalten

III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?

||[Seite 3] 60. bieß auf siebenzig

III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)

knaben 30 bies auf vierzig.
Mägdlein 20 bis auf dreysig,

III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)

Wieder vast wie im Winter
aber kleinere, weil die grössern müssen im Feld arbeiten.
auch also wie mit den Knaben

IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?

Ja.

IV.13.bWie stark ist er?

1500. fl. Sag ein Tausend fünf hundert Gulden

IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?

aus obigem Kapital.

IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?

Nein.

IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?

daß obige

IV.15Schulhaus.
IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?

Alt und baufällig

IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?

nur eine schuelstube

IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?

Nein

IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?

Es ist ein Pfleger darüber geßezt, aber jetzt würklich ist Er mit Todt abgegangen und ist noch kein anderer gesezt.

IV.16Einkommen des Schullehrers.
IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.

Vom obigen kapital Hat Er Jährlich 65. fl. zu beziehen, daß übrige waß dießes Kapital mag bringen Hat man zur verbesserung des schuelhaus angewendt sonst Hat Er nichts zu beziehen muß kein einziges kind kein Wochen Lohn geben

IV.16.BAus welchen Quellen? aus
IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?

Vom obigen kapital Hat Er Jährlich 65. fl. zu beziehen, daß übrige waß dießes Kapital mag bringen Hat man zur verbesserung des schuelhaus angewendt sonst Hat Er nichts zu beziehen muß kein einziges kind kein Wochen Lohn geben

IV.16.B.cStiftungen?
IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers
Unterschrift

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